Augengesundheit

Farbenblindheit Test: Wie erkennt man Farbenblindheit?

Hier erfahren Sie mehr über die Zapfen der Netzhaut, die häufige Rot-Grün-Schwäche, die vollständige Farbenblindheit (Achromatopsie), Farbsehtests und den erworbenen Farbverlust.

Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, Augenchirurg – Veni Vidi Eye Clinic Caddebostan, Kadıköy Istanbul, Augenarzt
Verfasst und geprüft von: Prof. Dr. Fırat HelvacıoğluFacharzt für Augenheilkunde, FEBOS-CR · 25. September 2026 · 6 Min. Lesezeit · Aktualisiert: · Quellen
Kurzantwort

Bei Farbenblindheit fehlt einer der farbempfindlichen Zapfen in der Netzhaut, oder er arbeitet anders. Am häufigsten ist die angeborene Rot-Grün-Schwäche. Sie betrifft etwa 8 % der Männer europäischer Herkunft und etwa 0,4 % der Frauen. Die vollständige Farbenblindheit (Achromatopsie), bei der man keine Farbe unterscheidet, ist sehr selten. Die Diagnose stellt der Arzt bei der Untersuchung, zum Beispiel mit Farbtafeln, in denen Zahlen zwischen Punkten versteckt sind. Ein neu aufgetretener Farbverlust, vor allem an einem Auge, kann dagegen ein Zeichen für eine Erkrankung sein.

Wie sehen wir Farben?

In der Netzhaut gibt es zwei Arten von lichtempfindlichen Zellen. Die Stäbchen ermöglichen das Sehen bei schwachem Licht. Die Zapfen sind für das Tagessehen und die Farbwahrnehmung zuständig. Es gibt drei Zapfentypen, die vor allem auf blaue, grüne und rote Wellenlängen reagieren. Das Gehirn vergleicht die Signale dieser drei Typen und unterscheidet so Tausende von Farbtönen.

Fehlt einer der Zapfentypen oder arbeitet er anders, sehen einige Farben ähnlich aus. Deshalb sieht man bei Farbenblindheit meist nicht gar keine Farben, sondern verwechselt nur manche davon.

„Fällt einer der roten, grünen oder blauen Zapfen aus, können wir diese Farbtöne nicht mehr unterscheiden. Arbeitet keiner von ihnen, liegt eine vollständige Farbenblindheit vor. Wenn Sie die Zahlen auf den Testtafeln nicht lesen können, gehen Sie bitte zu einem Augenarzt.“

— Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, aus dem Video
Video · Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu erklärt

Farbenblindheit Test

Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu erklärt das Farbensehen und den Farbenblindheit Test.

Wie sehen wir Farben, und was ändert sich bei Farbenblindheit?

Die drei Zapfentypen der Netzhaut reagieren auf Licht unterschiedlicher Wellenlänge. Fällt einer aus oder arbeitet er anders, werden manche Farben verwechselt.

  1. Farbenblindheitstest und Diagnose – Schritt 1: Zapfenzellen | Prof. Dr. Fırat HelvacıoğluEs gibt drei Zapfentypen, die am stärksten auf blaues, grünes und rotes Licht reagieren; das Gehirn nimmt Farben wahr, indem es deren Signale vergleicht. Repräsentative Illustration zu: Farbenblindheitstest und Diagnose; Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, Veni Vidi Göz Caddebostan, Kadıköy / Istanbul.BlauGrünRotKurzwelligLangwelligDrei ZapfentypenZapfenEs gibt drei Zapfentypen, die am stärksten auf blaues, grünes und rotes Licht reagieren. Das Gehirn nimmt Farben wahr, indem es deren Signale vergleicht.
  2. Farbenblindheitstest und Diagnose – Schritt 2: Farbtafel | Prof. Dr. Fırat HelvacıoğluBei Farbsehtests werden zwischen Punkten versteckte Zahlen verwendet. Diese Abbildung ist nur ein Beispiel und kein Screeningtest. Repräsentative Illustration zu: Farbenblindheitstest und Diagnose; Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, Veni Vidi Göz Caddebostan, Kadıköy / Istanbul.Gepunktete Farbtafel (Beispiel)FarbtafelBei Farbsehtests sind Zahlen zwischen Punkten versteckt. Diese Abbildung ist nur ein Beispiel und kein Screening-Test.
  3. Farbenblindheitstest und Diagnose – Schritt 3: Rot-Grün-Störung | Prof. Dr. Fırat HelvacıoğluBeim häufigsten Typ erscheinen Rot- und Grüntöne einander ähnlich. Repräsentative Illustration zu: Farbenblindheitstest und Diagnose; Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, Veni Vidi Göz Caddebostan, Kadıköy / Istanbul.Normales FarbsehenRot-Grün-Farbsehschwäche (repräsentativ)Wie sieht das Farbspektrum aus?Rot-Grün-SchwächeBeim häufigsten Typ sehen Rot- und Grüntöne ähnlich aus.
Symbolische Illustration; die Farben auf dem Bildschirm hängen vom Gerät ab. Die genaue Beurteilung erfolgt bei der Augenuntersuchung. © Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu

Arten der Farbenblindheit

TypWas geschieht?Häufigkeit
Rot-Grün-Schwäche (umgangssprachlich Daltonismus)Rot-, Grün-, Braun- und Orangetöne werden verwechselt.Häufigster Typ; etwa 8 % der Männer europäischer Herkunft, 0,4 % der Frauen
Blau-Gelb-SchwächeBlau und Grün sowie Gelb und Rosa können verwechselt werden.Selten
Vollständige Farbenblindheit (Achromatopsie)Farben lassen sich nicht unterscheiden. Meist ist die Sehschärfe gering, dazu kommen Lichtempfindlichkeit und Augenzittern.Sehr selten

Die Gene für die Rot-Grün-Schwäche liegen auf dem X-Chromosom. Deshalb tritt sie bei Männern viel häufiger auf. Frauen sind dagegen oft nur Überträgerinnen. Angeborene Farbsehstörungen schreiten nicht fort und beeinträchtigen die übrigen Sehfunktionen nicht. Die Achromatopsie ist dagegen ein eigenes und schwereres Krankheitsbild.

Wie läuft der Farbenblindheit Test ab?

  • Farbtafeln: Sie sollen Zahlen lesen, die zwischen verschieden farbigen Punkten versteckt sind. Dies ist der am häufigsten genutzte Screening-Test.
  • Farbsortiertests: Dabei ordnen Sie farbige Plättchen nach ihrem Farbton. So zeigen sich Typ und Grad der Störung.
  • Zusätzliche Untersuchungen: Bei Bedarf beurteilt der Arzt Netzhaut und Sehnerv mit der OCT. Besteht der Verdacht auf Achromatopsie, folgen elektrophysiologische Tests.

Tests im Internet und auf dem Handy können einen ersten Eindruck geben. Allerdings verändern Bildschirmeinstellungen und Lichtverhältnisse das Ergebnis. Die genaue Beurteilung erfolgt daher bei der Untersuchung. Der Farbsehtest gehört zur allgemeinen Augenuntersuchung.

Erworbener Farbverlust: Wann ein Farbenblindheit Test nötig ist

Sah jemand früher Farben normal und verblassen sie plötzlich, vor allem an einem Auge, ist das nicht angeboren. Dann muss man die Ursache abklären. Eine Entzündung des Sehnervs, ein Glaukom, Erkrankungen der Makula und manche Medikamente können das Farbsehen beeinträchtigen. Beispiele sind Hydroxychloroquin bei langer Einnahme oder einige Tuberkulosemittel.

Lassen Sie sich ohne Zögern untersuchen

  • Farben, vor allem Rot, wirken an einem Auge blasser
  • Schmerzen bei Augenbewegungen oder nachlassende Sehkraft zusammen mit dem Farbverlust
  • Veränderung des Farbsehens bei langfristiger Medikamenteneinnahme

Alltag und Berufswahl

Die meisten Menschen mit angeborener Farbsehstörung kommen im Alltag gut zurecht. Oft bemerken sie ihre Störung erst bei einem Test. Für Berufe, in denen die Farbunterscheidung entscheidend ist, können jedoch besondere Anforderungen gelten. Beispiele sind Pilot, bestimmte Aufgaben beim Militär und im Sicherheitsdienst oder die Elektroinstallation. Deshalb ist es sinnvoll, das Farbsehen vor der Berufswahl zu testen, besonders in Kindheit und Jugend. Für die angeborene Farbenblindheit gibt es heute keine sichere Behandlung. Manche Farbfiltergläser können bei bestimmten Tätigkeiten den Kontrast erhöhen, stellen das normale Farbsehen aber nicht wieder her.

Häufige Fragen

Man erkennt sie mit Tests wie Farbtafeln. Fällt es Ihnen schwer, die zwischen Punkten versteckten Zahlen zu lesen, empfehlen wir eine Augenuntersuchung.

Umgangssprachlich meint Daltonismus meist die häufigste Form, die Rot-Grün-Schwäche. Die vollständige Farbenblindheit (Achromatopsie), bei der man keine Farbe sieht, ist dagegen sehr selten und ein eigenes Krankheitsbild.

Die Gene der häufigsten Rot-Grün-Schwäche liegen auf dem X-Chromosom. Männer haben nur ein X-Chromosom. Deshalb tritt die Störung bei ihnen viel häufiger auf.

Für die angeborene Farbsehstörung gibt es heute keine sichere Behandlung. Bei erworbenem Farbverlust dagegen ist die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache wichtig.

Viele Menschen mit Farbsehstörung können einen Führerschein erwerben. Allerdings gelten je nach Beruf und Führerscheinklasse unterschiedliche Anforderungen. Deshalb sollten Sie die jeweiligen Kriterien für das ärztliche Gutachten prüfen.

Quellen

  1. Birch J. Worldwide prevalence of red-green color deficiency. J Opt Soc Am A Opt Image Sci Vis. 2012;29(3):313-320. doi:10.1364/JOSAA.29.000313
  2. Aboshiha J, Dubis AM, Carroll J, Hardcastle AJ, Michaelides M. The cone dysfunction syndromes. Br J Ophthalmol. 2016;100(1):115-121. doi:10.1136/bjophthalmol-2014-306505

Dieser Beitrag dient der Patienteninformation und ersetzt keine Untersuchung und keine ärztliche Beurteilung. Die passende Behandlung legt der Arzt nach der Augenuntersuchung und den Messungen fest. Veröffentlicht am 25. September 2026.

Bei Fragen erreichen Sie Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu hier

Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu · Veni Vidi Eye Clinic, Bağdat Cad. No: 257, Caddebostan – Kadıköy / Istanbul