CAIRS und Hornhautringsegmente
Intrakorneale Ringsegmente bei Keratokonus · Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, FEBOS-CR · Veni Vidi Augenklinik, Caddebostan – Kadıköy, Istanbul
Hornhautringsegmente sind eine Keratokonus-Behandlung, bei der in die Hornhaut eingesetzte bogenförmige Segmente den Kegel abflachen und das Sehen verbessern. Bei CAIRS hingegen werden statt Kunststoff individuell angefertigte Segmente aus gespendetem Hornhautgewebe verwendet. Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu führt beide Behandlungen durch: Hornhautringsegmente (ICRS) und auf Wunsch auch CAIRS. Die Implantation dauert in Tropfanästhesie 15–30 Minuten und wird bei fortschreitender Erkrankung zusammen mit Cross-Linking geplant.

Was sind Hornhautringsegmente (ICRS) und CAIRS?
Hornhautringsegmente (intrakorneale Ringsegmente, ICRS) sind kleine bogenförmige Segmente, die in einen dünnen Tunnel in der Hornhaut eingesetzt werden; sie flachen den Kegel ab, regularisieren die Hornhautform und verbessern das Sehen. Dabei bestehen konventionelle Ringe aus Kunststoff (PMMA).
CAIRS (Corneal Allogenic Intrastromal Ring Segments) funktionieren nach demselben Prinzip, doch die Segmente werden statt aus Kunststoff aus gespendetem menschlichem Hornhautgewebe hergestellt. Als Gewebe sind sie besser mit der Hornhaut verträglich; außerdem können sie in individueller Dicke und Länge angefertigt werden.
Wie wirken Hornhautringsegmente bei Keratokonus?
Durch eingesetzte Ringsegmente wird die kegelförmige Hornhaut also abgeflacht.
- KeratokonusDie Hornhaut wird dünner und wölbt sich kegelförmig nach vorne; dadurch wird das Sehen verschwommen und der Astigmatismus nimmt zu.
- RingsegmenteZwei kleine bogenförmige Segmente werden rund um die Pupille in die Hornhaut eingesetzt.
- Die abgeflachte HornhautDie Segmente flachen die zentrale Hornhaut ab und machen so ihre Form regelmäßiger.
Für wen eignen sich Hornhautringsegmente?
- Mittlerer Keratokonus: Patienten, die mit Brille nicht ausreichend sehen und keine Kontaktlinsen vertragen.
- Klare zentrale Hornhaut: Augen ohne deutliche Hornhautnarben.
- Ektasie nach Laserbehandlung: Patienten, deren Hornhaut nach LASIK geschwächt ist.
- Patienten, die eine Hornhauttransplantation hinauszögern möchten: Bei geeigneten Patienten können Ringsegmente eine Transplantation verzögern oder überflüssig machen.
Die Ringbehandlung allein stoppt das Fortschreiten des Keratokonus nicht; bei fortschreitenden Fällen wird sie daher meist zusammen mit oder nach einem Cross-Linking geplant.
Wie läuft die Behandlung mit Hornhautringsegmenten ab?
- Planung: Zuerst werden Anzahl, Dicke, Länge und Position der Ringe anhand der Hornhauttomographie festgelegt.
- Tunnel: Danach wird in Tropfanästhesie mit einem Femtosekundenlaser oder speziellen mechanischen Dissektionsinstrumenten ein dünner Tunnel in der Hornhaut angelegt.
- Einsetzen: Anschließend werden die Ringsegmente in den Tunnel eingeführt; Nähte sind meist nicht nötig.
- Bei Bedarf CXL: Schließlich wird bei fortschreitenden Fällen Cross-Linking in derselben oder einer separaten Sitzung durchgeführt.
Der Eingriff dauert etwa 15–30 Minuten pro Auge; danach geht der Patient am selben Tag nach Hause.
Wie werden Hornhautringsegmente implantiert? Schritt-für-Schritt-Darstellung
Von der Planung bis zum Einsetzen; dieselben Grundschritte für Kunststoffringe (PMMA) und CAIRS.
- PlanungZunächst werden Anzahl, Dicke, Länge und Position der Ringe anhand der Hornhauttomographie festgelegt.
- Anlage des TunnelsDanach wird in Tropfanästhesie mit einem Femtosekundenlaser oder speziellen mechanischen Instrumenten ein dünner Tunnel in der Hornhaut angelegt.
- Einsetzen des RingsAnschließend werden die Ringsegmente in den Tunnel eingeführt; Nähte sind meist nicht nötig.
- Bei Bedarf CXLWenn die Erkrankung fortschreitet, wird zusätzlich Cross-Linking in derselben oder einer separaten Sitzung durchgeführt.
CAIRS oder Kunststoffringe?
| Merkmal | Kunststoffring (ICRS) | CAIRS |
|---|---|---|
| Material | PMMA (Kunststoff) | Gespendetes menschliches Hornhautgewebe |
| Individualisierung | Standardgrößen | Dicke und Länge individuell anpassbar |
| Gewebeverträglichkeit | Selten kann der Ring austreten oder das umgebende Gewebe dünner werden | Als Gewebe besser verträglich; in besonderen Situationen wie schwerer Atopie wurden seltene Gewebereaktionen berichtet |
| Ergebnisse | Langjährige, umfangreiche Erfahrung | In vergleichenden Studien ähnliche Verbesserung wie mit Kunststoffringen |
Erfahrung von Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu mit Hornhautringsegmenten
Erfahrung und Publikationen des Operateurs
Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu ist Mitautor zweier klinischer Studien zur Behandlung mit intrakornealen Ringsegmenten. Dabei wurden bei 30 Keratokonus-Augen die Ringe mit einer speziellen mechanischen Dissektionstechnik implantiert; nach 1 Jahr sank das mittlere sphärische Äquivalent von −6,42 D auf −1,26 D und die mittlere Hornhautkrümmung von 49,4 D auf 44,4 D, ohne schwere Komplikationen. Außerdem berichtete eine Studie an 12 Augen mit Ektasie nach LASIK eine deutliche Verbesserung.
Heilung und Ergebnisse
In den ersten Tagen nach der Behandlung mit Hornhautringsegmenten können leichtes Fremdkörpergefühl und Tränen auftreten; die meisten Patienten kehren jedoch innerhalb weniger Tage in ihren Alltag zurück. Das Sehen verbessert sich dann in den folgenden Wochen, und die Hornhautform kann einige Monate bis zur vollständigen Stabilisierung brauchen. Bei manchen Patienten wird das Sehen nach der Ringimplantation zusätzlich mit Brille, weichen Linsen oder einer nun angenehmer sitzenden Kontaktlinse weiter verbessert.
Kosten und internationale Patienten: Die Kosten werden nach der Untersuchung festgelegt. Internationale Patienten können ihre Hornhauttomographie für eine Ersteinschätzung per WhatsApp senden; außerdem empfehlen wir einen Aufenthalt von etwa einer Woche in Istanbul.
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Häufige Fragen
Ja. Bei Bedarf können die Ringsegmente entfernt oder in Position und Größe verändert werden; die Hornhaut kehrt meist annähernd in ihre frühere Form zurück.
Da der Ring in den tiefen Schichten der Hornhaut liegt, wird er nicht gespürt und ist von außen meist nicht erkennbar.
CAIRS-Segmente werden aus standardmäßig getestetem Gewebe der Hornhautbank hergestellt – demselben Gewebe, das bei Hornhauttransplantationen verwendet wird. Da das Gewebe innerhalb der Hornhaut verbleibt, ist das Abstoßungsrisiko im Vergleich zu einer konventionellen Transplantation sehr gering.
Nein. Ringsegmente korrigieren die Hornhautform und verbessern das Sehen, stoppen aber nicht das Fortschreiten. Bei fortschreitender Erkrankung werden sie daher mit Cross-Linking kombiniert.
Ja. Da der Ring die Hornhaut abflacht, sitzen Linsen bei vielen Patienten angenehmer und werden besser vertragen.
Quellen
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- Tunc Z, Helvacioglu F, Sencan S. Evaluation of intrastromal corneal ring segments for treatment of post-LASIK ectasia patients with a mechanical implantation technique. Indian J Ophthalmol. 2011;59(6):437–443. doi:10.4103/0301-4738.86310
- Jacob S et al. Corneal allogeneic intrastromal ring segments for keratoconus – recent evidence and the move to customized shapes. Curr Opin Ophthalmol. 2026;37:289–298. doi:10.1097/ICU.0000000000001237
- Asfar KE et al. Corneal allogenic intrastromal ring segments (CAIRS) versus synthetic segments: a single segment comparative analysis. J Refract Surg. 2024;40:e863–e876. doi:10.3928/1081597X-20241002-02
- Awwad ST et al. Anterior stromal melt with corneal allogeneic intrastromal ring segments in a patient with severe atopy. Cornea. 2025;44:1182–1186. doi:10.1097/ICO.0000000000003851
- Gomes JA et al. Global consensus on keratoconus and ectatic diseases. Cornea. 2015;34(4):359–369. doi:10.1097/ICO.0000000000000408
Diese Seite dient der Patienteninformation und ersetzt keine Untersuchung oder ärztliche Beurteilung. Die für Sie geeignete Behandlung wird nach Augenuntersuchung und Messungen festgelegt.
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