Keratokonus-Behandlung

Kurz gesagt

Keratokonus ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der die Hornhaut dünner wird und sich kegelförmig vorwölbt. Die Keratokonus-Behandlung stoppt zunächst das Fortschreiten mit Hornhautvernetzung (Cross-Linking, CXL). Zur Verbesserung des Sehens kommen außerdem kombiniertes CXL + No-Touch-Laser, CAIRS und intrakorneale Ringsegmente (ICRS), spezielle Kontaktlinsen oder eine implantierbare Linse infrage. Eine frühe Diagnose macht eine Hornhauttransplantation weitgehend vermeidbar.

Keratokonus-Behandlung: Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu im Operationssaal – Veni Vidi Augenklinik Caddebostan, Kadıköy, Istanbul
Medizinischer Inhalt und Prüfung: Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, FEBOS-CR — Direktor der Klinik für Augenheilkunde, Medizinische Fakultät der Üsküdar-Universität Zuletzt aktualisiert: 26. September 2026 Quellen

Was ist Keratokonus?

Keratokonus ist eine fortschreitende Hornhauterkrankung, bei der die Hornhaut – die klare vordere Oberfläche des Auges – allmählich dünner wird und sich kegelförmig nach vorne wölbt. Da die Hornhaut ihre regelmäßige Form verliert, entsteht ein irregulärer Astigmatismus, und das Sehen lässt sich mit einer Brille nicht mehr vollständig korrigieren. Meist sind beide Augen betroffen, wobei ein Auge weiter fortgeschritten sein kann.

Keratokonus ist häufiger als allgemein angenommen: Eine landesweite Registerstudie in den Niederlanden ergab beispielsweise eine Prävalenz von etwa 1 zu 375, bei einem mittleren Diagnosealter von 28 Jahren. Die Erkrankung beginnt meist in der Jugend und kann bis in die 30er- und 40er-Lebensjahre fortschreiten; deshalb ist die Früherkennung der Schlüssel zum Erhalt des Sehvermögens.

Welche Symptome hat Keratokonus?

  • Häufig wechselnde Brillenwerte: insbesondere eine Zunahme des Astigmatismus in kurzen Abständen.
  • Mit der Brille nicht voll korrigierbares Sehen: Trotz neuer Brille kein klares Sehen.
  • Verschwommenes, schattiges oder doppeltes Sehen: Buchstaben können sogar mit einem Auge doppelt erscheinen.
  • Lichtempfindlichkeit und Probleme beim Nachtsehen: Streuung und Blendung um Scheinwerfer.
  • Kontaktlinsen werden unangenehm: Die Linse verrutscht oder sitzt nicht mehr.

Bei diesen Symptomen, insbesondere in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter, sollte ein ausführliches Hornhaut-Screening erfolgen. Denn im Frühstadium ist das Sehen oft normal, und die Erkrankung ist nur mit der Hornhauttopographie erkennbar.

Was verursacht Keratokonus? Risikofaktoren

Die genaue Ursache des Keratokonus ist unbekannt; man geht jedoch von einem Zusammenspiel genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren aus.

  • Familiäre Belastung: Bei Verwandten ersten Grades mit Keratokonus ist das Risiko erhöht; daher empfehlen wir ein Screening der Familienmitglieder.
  • Augenreiben: Der beeinflussbare Risikofaktor, der am stärksten mit Entstehung und Fortschreiten des Keratokonus in Verbindung steht. Juckende Augen sollten Sie deshalb behandeln, statt sie zu reiben.
  • Allergie und Atopie: Große Bevölkerungsstudien zeigten Zusammenhänge zwischen Keratokonus und allergischen Erkrankungen, Asthma sowie einigen immunvermittelten Erkrankungen.
Wichtigster Rat: Wer an Keratokonus erkrankt ist oder bei wem ein Verdacht besteht, sollte sich nicht die Augen reiben. Stattdessen sollte man allergischen Juckreiz mit geeigneten Tropfen kontrollieren.

Wie wird Keratokonus diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt mittels Hornhauttopographie und -tomographie, die Vorder- und Rückfläche der Hornhaut abbilden, sowie mittels einer Hornhautdickenkarte (Pachymetrie) und einer ausführlichen Augenuntersuchung. Um festzustellen, ob die Erkrankung fortschreitet, wiederholen wir die Messungen anschließend in regelmäßigen Abständen und vergleichen sie. Auch der Global Consensus on Keratoconus empfiehlt, zum Nachweis eines Fortschreitens Veränderungen der vorderen und hinteren Hornhautfläche sowie der Dicke gemeinsam zu beurteilen.

Ein umfassendes Screening vor dem Augenlasern ist außerdem entscheidend, um einen frühen (subklinischen) Keratokonus ohne Symptome zu erkennen. Denn eine konventionelle Laserbehandlung einer Keratokonus-Hornhaut kann die Erkrankung beschleunigen. Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu ist Mitglied des medizinischen Beirats von RLES AI, einer klinischen Entscheidungsunterstützungsplattform. Dabei hat er an den Modulen der Plattform für das Keratokonus-Screening und für die Unterscheidung vorübergehender kontaktlinsenbedingter Hornhautveränderungen mitgewirkt.

Keratokonus-Behandlung: Welche Methode für wen?

Die Keratokonus-Behandlung hat zwei Ziele: das Fortschreiten der Erkrankung stoppen und die Sehqualität verbessern. Dabei planen wir die Behandlung individuell nach Stadium, Fortschreiten, Hornhautdicke und Alter.

BehandlungZielGeeignet für
Brille / weiche LinsenSehen korrigierenSehr frühes Stadium, Augen mit geringer Unregelmäßigkeit
Spezielle Kontaktlinsen (formstabil, hybrid, skleral)Die optische Wirkung der unregelmäßigen Hornhaut ausgleichenJedes Stadium, in dem die Brille kein ausreichendes Sehen ermöglicht
Cross-Linking (CXL)Fortschreiten stoppenFortschreitender Keratokonus, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen
Kombiniertes CXL + No TouchFortschreiten stoppen und Unregelmäßigkeit verringernLeichtes bis mittleres Stadium, ausreichende Hornhautdicke, Patienten, die keine Linsen vertragen
CAIRS und intrakorneale Ringsegmente (ICRS)Den Kegel abflachen und dadurch das Sehen verbessernMittleres Stadium, klare zentrale Hornhaut, schlechte Linsenverträglichkeit
Implantierbare Linse (ICL)Verbleibende Fehlsichtigkeit korrigierenAusgewählte Patienten mit stabilisierter Erkrankung
Hornhauttransplantation (DALK / PK)Sehvermögen wiederherstellenFortgeschrittenes Stadium, Hornhautnarben oder Versagen anderer Methoden

Dank Früherkennung und Cross-Linking ist die Keratokonus-Behandlung heute bei der großen Mehrheit der Patienten ohne Hornhauttransplantation möglich.

Kontaktlinsen in der Keratokonus-Behandlung

Kontaktlinsen sind die wirksamste nicht-operative Möglichkeit, das Sehen bei Keratokonus zu korrigieren. Da die Oberfläche einer Keratokonus-Hornhaut unregelmäßig ist, kann eine Brille diese Unregelmäßigkeit nicht vollständig ausgleichen. Spezielle Linsen schaffen hingegen dank der Tränenschicht zwischen Auge und Linse eine neue, regelmäßige optische Oberfläche vor der Hornhaut. Dadurch sehen viele Patienten, die mit der Brille nicht ausreichend sehen, mit einer geeigneten Linse deutlich klarer.

LinsentypEigenschaftenGeeignet für
Weiche torische / Keratokonus-WeichlinseAngenehm; zudem können speziell entwickelte Modelle mit dickem Zentrum leichte Unregelmäßigkeiten ausgleichenFrühstadium, Augen mit geringer Unregelmäßigkeit
Formstabile (RGP-)LinseLiegt auf der Hornhaut auf; die klassische Option und eine der wirksamsten zur Korrektur einer unregelmäßigen Oberfläche. Zudem gibt es keratokonusspezifische Designs (zum Beispiel mehrkurvige Linsen)Leichtes bis mittleres Stadium; erfordert allerdings eine Eingewöhnungszeit
HybridlinseFormstabiles Zentrum mit weichem Rand aus Silikonhydrogel; vereint dadurch die Sehqualität einer formstabilen Linse mit dem Komfort einer weichen LinseLeichte bis mittlere (und ausgewählte fortgeschrittene) Fälle, die formstabile Linsen nicht vertragen oder bei denen diese dezentrieren; insbesondere zentrale Kegel
Piggyback (Doppellinse)Eine formstabile Linse wird über einer weichen Linse getragenPatienten, die eine formstabile Linse allein nicht vertragen
Sklerallinse / Mini-SklerallinseEine großdurchmessrige Linse, die auf dem Weißen des Auges (Sklera) aufliegt, ohne die Hornhaut zu berühren; das Flüssigkeitsreservoir darunter schützt die Hornhaut und gleicht Unregelmäßigkeiten ausMittleres bis fortgeschrittenes Stadium, steile Kegel, nach Ringsegmenten oder Transplantation, Patienten, die formstabile Linsen nicht vertragen

Hybridlinsen bei Keratokonus

Eine Hybridlinse ist eine Kontaktlinse mit formstabilem Zentrum und weichem „Rand“ aus Silikonhydrogel. Zusammen mit der darunterliegenden Tränenschicht bildet das formstabile Zentrum eine regelmäßige optische Oberfläche vor der unregelmäßigen Hornhaut. Dadurch ermöglicht es Sehen in der Qualität einer formstabilen Linse. Der weiche Rand hilft außerdem, die Linse auf dem Auge zu zentrieren, und verringert Bewegung und Herausfallen. Zudem bietet er mehr Tragekomfort als eine formstabile Linse. Hybridlinsen der neuen Generation sind so konstruiert, dass sie sich sanft über den Kegel wölben, ohne auf die Hornhaut zu drücken.

Hybridlinsen: Eignung, Ergebnisse und Grenzen

  • Für wen geeignet? Für Patienten, die sich nicht an formstabile (RGP-)Linsen gewöhnen können, bei denen diese dezentrieren oder herausfallen, die Sport treiben oder mit weichen Linsen nicht ausreichend sehen. Die Erfolgsraten sind bei zentral gelegenen Kegeln besonders hoch.
  • Sehen: Eine Vergleichsstudie aus der Türkei zeigte, dass Hybridlinsen bei mittlerem und fortgeschrittenem Keratokonus eine gleichwertige Visusverbesserung wie formstabile Linsen erzielen. In einer weiteren Studie mit 110 Keratokonus-Augen verbesserte sich der mittlere Visus von 0,36 mit Brille auf 0,80 (dezimal) mit Hybridlinsen. Zudem fand sich bei den meisten Patienten die passende Linse bereits bei der ersten oder zweiten Anpassung.
  • Lebensqualität: Bei Patienten, die weder formstabile noch weiche Linsen vertrugen, verbesserten Hybridlinsen der neuen Generation die sehbezogene Lebensqualität deutlich.
  • Nach Cross-Linking: Bei Patienten, die nach CXL Hybridlinsen trugen, verbesserte sich das Sehen, und das Linsentragen beeinträchtigte die Stabilisierung der Erkrankung nicht.
  • Zu beachten: Das Einsetzen und Herausnehmen einer Hybridlinse erfordert Übung; außerdem ist die Lebensdauer kürzer, und die Kosten sind höher als bei weichen Linsen. In einer Studie brach etwa ein Drittel der Patienten das Tragen innerhalb der ersten 6 Monate ab, meist wegen Komfort- und Handhabungsproblemen. Der Erfolg hängt dabei von Form und Lage des Kegels ab. Bei unteren und peripheren Kegeln können daher Sklerallinsen besser geeignet sein.
MerkmalHybridlinseSklerallinse
AuflageflächeHornhaut und unmittelbare UmgebungWeißes des Auges (Sklera), ohne Berührung der Hornhaut
Am besten geeigneter KegelZentrale, leichte bis mittlere KegelSteile, fortgeschrittene, untere oder periphere Kegel
Einsetzen und HerausnehmenÄhnlich wie bei einer weichen Linse, erfordert jedoch ÜbungWird nach Befüllen mit einer speziellen Lösung eingesetzt; längere Lernphase
KomfortBesser als eine formstabile LinseMeist die angenehmste Option, da kein Hornhautkontakt besteht

Sklerallinsen und die Wahl der passenden Linse

Sklerallinsen können insbesondere bei fortgeschrittenem Keratokonus eine Alternative zur Hornhauttransplantation sein. In einer Studie mit 89 Keratokonus-Augen verbesserten Mini-Sklerallinsen beispielsweise Visus und sehbezogene Lebensqualität signifikant. Häufigster Abbruchgrund waren dabei Schwierigkeiten beim Einsetzen und Herausnehmen. Selbst in fortgeschrittenen Fällen mit durchgemachtem Hornhauthydrops ließ sich zudem bei den meisten geeigneten Patienten mit Sklerallinsen ein funktionelles Sehen erreichen. Daher ist es ratsam, vor der Entscheidung für eine Transplantation Sklerallinsen zu erproben.

Gut zu wissen: Kontaktlinsen stoppen das Fortschreiten des Keratokonus nicht; sie korrigieren nur das Sehen. Schreitet die Erkrankung fort, ist deshalb auch bei Linsenträgern ein Cross-Linking nötig. Da Linsen die Hornhautkarte vorübergehend verändern können, müssen Sie sie vor Messungen für den von Ihrem Arzt empfohlenen Zeitraum absetzen. Schlafen Sie außerdem nicht mit Linsen, halten Sie Hygieneregeln ein und lassen Sie die Linsen regelmäßig kontrollieren – das senkt das Infektionsrisiko.

Nach Cross-Linking, kombinierter Behandlung oder CAIRS oder intrakornealen Ringsegmenten (ICRS) verändert sich die Hornhautform, sodass wir die Linsenwahl neu beurteilen müssen. Zudem sitzen Linsen nach diesen Behandlungen bei vielen Patienten angenehmer.

Wie wird die Linse ausgewählt?

Bei der Untersuchung bestimmt Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu den für Sie am besten geeigneten Linsentyp und empfiehlt ihn. Dabei berücksichtigt er Hornhauttomographie, Lage und Stadium des Kegels, Tränenfilm und Ihre Alltagsgewohnheiten. Anschließend beschaffen Sie die Linse entsprechend dieser Empfehlung. Nach Beginn des Tragens überwachen wir dann die Gesundheit Ihrer Hornhaut bei Kontrollterminen.

Erfahrung von Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu in der Keratokonus-Behandlung

Erfahrung und Publikationen des Operateurs

Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu ist Mitautor zweier klinischer Studien zur Behandlung mit intrakornealen Ringsegmenten. In der ersten Studie erhielten 30 Keratokonus-Augen die Ringe mittels einer speziellen mechanischen Dissektionstechnik. Nach 1 Jahr sank das mittlere sphärische Äquivalent von −6,42 D auf −1,26 D und die mittlere Hornhautkrümmung von 49,4 D auf 44,4 D. Schwere Komplikationen traten dabei nicht auf. Die zweite Studie an 12 Augen mit Ektasie nach LASIK berichtete ebenfalls eine deutliche Verbesserung.

Außerdem stellte er auf ESCRS-Kongressen zwischen 2016 und 2019 die kurzfristigen, 2-Jahres-, 3-Jahres- und Langzeitergebnisse einer Hybridbehandlung vor, die hornhaut-wavefront-geführte TransPRK mit Cross-Linking in derselben Sitzung bei Keratokonus kombiniert.

Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, Augenchirurg – Veni Vidi Augenklinik Caddebostan, Kadıköy, Istanbul
Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, Veni Vidi Augenklinik Caddebostan.

Keratokonus-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen schreitet Keratokonus tendenziell schneller fort. An der randomisierten britischen KERALINK-Studie nahmen Patienten zwischen 10 und 16 Jahren teil. Dabei war die Wahrscheinlichkeit eines Fortschreitens bei mit Cross-Linking behandelten Augen um etwa 90 % geringer als bei alleiniger Standardbeobachtung. Die Studienautoren empfahlen, CXL bei fortschreitender Erkrankung als Erstlinientherapie zu erwägen. Junge Patienten mit Keratokonus sollten daher engmaschig kontrolliert werden und bei nachgewiesenem Fortschreiten unverzüglich eine Keratokonus-Behandlung erhalten.

Kosten der Keratokonus-Behandlung und Informationen für internationale Patienten

Die Kosten werden nach der Untersuchung festgelegt – abhängig von der Behandlung (CXL, kombinierte Behandlung, CAIRS oder intrakorneale Ringsegmente, ICRS) und davon, ob ein oder beide Augen behandelt werden. Für internationale Patienten: Senden Sie uns Ihre Hornhauttopographie/-tomographie und bisherigen Befunde per WhatsApp für eine Ersteinschätzung mit Kostenvoranschlag. Die meisten Keratokonus-Behandlungen lassen sich so planen, dass Behandlung und frühe Nachkontrollen innerhalb von etwa einer Woche in Istanbul abgeschlossen sind. Die weitere Nachsorge kann anschließend bei Ihrem Augenarzt zu Hause erfolgen. Die Beratung ist zudem auf Englisch möglich.

Häufige Fragen zur Keratokonus-Behandlung

Keratokonus führt in der Regel nicht zur vollständigen Erblindung. Unbehandelt kann das Sehen jedoch stark abnehmen, und im fortgeschrittenen Stadium kann eine Hornhauttransplantation nötig werden. Mit Früherkennung und Cross-Linking lässt sich das Fortschreiten dagegen bei der großen Mehrheit der Patienten stoppen.

Konventionelles Augenlasern (wie LASIK) kommt bei Keratokonus nicht infrage, da es die Erkrankung beschleunigen kann. Bei ausgewählten leichten bis mittleren Fällen lässt sich jedoch eine individuelle, niedrig dosierte No-Touch-Laserbehandlung mit Cross-Linking kombinieren, das die Hornhaut stärkt.

Die Erkrankung beginnt meist in der Jugend und kann bis in die 30er- und 40er-Lebensjahre fortschreiten; die Geschwindigkeit ist dabei individuell verschieden. Regelmäßige Messungen sollten daher unabhängig vom Alter erfolgen.

Die genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle. Deshalb empfehlen wir Eltern, Geschwistern und Kindern von Betroffenen ein Hornhaut-Screening.

Ja. Im Frühstadium weiche Linsen, in fortgeschritteneren Stadien formstabile (RGP-) oder Sklerallinsen können das Sehen deutlich verbessern. Linsen stoppen jedoch nicht das Fortschreiten; schreitet die Erkrankung fort, ist Cross-Linking nötig.

Die eine beste Linse gibt es nicht. Stattdessen bewähren sich im Frühstadium spezielle weiche Linsen, im leichten bis mittleren Stadium formstabile (RGP-) oder Hybridlinsen, im fortgeschrittenen Stadium und bei steilen Kegeln Sklerallinsen. Welche Linse geeignet ist, entscheidet deshalb Ihr Arzt bei der Untersuchung anhand von Hornhauttomographie, Tränenfilm und Ihren Tragegewohnheiten.

Eine Hybridlinse ist eine Kontaktlinse mit formstabilem Zentrum und weichem Außenteil. Dadurch vereint sie Sehen in der Qualität einer formstabilen Linse mit einem Komfort nahe dem einer weichen Linse. Sie ist eine gute Option für Patienten mit leichtem bis mittlerem Keratokonus, die sich nicht an formstabile Linsen gewöhnen können oder bei denen diese dezentrieren oder herausfallen, insbesondere bei zentralen Kegeln.

Hybridlinsen sind bei zentralen, leichten bis mittleren Kegeln meist erfolgreicher, Sklerallinsen hingegen bei steilen, fortgeschrittenen oder unteren Kegeln. Welche geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt bei der Untersuchung anhand der Hornhauttomographie.

Eine Sklerallinse ist eine großdurchmessrige formstabile Linse, die auf dem Weißen des Auges aufliegt, ohne die Hornhaut zu berühren. Die Flüssigkeitsschicht darunter gleicht Unregelmäßigkeiten der Hornhaut aus und schützt sie. Sie kommt bei fortgeschrittenem Keratokonus, bei Unverträglichkeit formstabiler Linsen sowie bei unregelmäßiger Hornhaut nach Ringsegmenten oder Transplantation zum Einsatz.

Die Eingriffe erfolgen in Tropfanästhesie, dabei spüren Sie keine Schmerzen. Nach Cross-Linking und kombinierten Behandlungen, bei denen wir die Oberflächenschicht entfernen, können jedoch in den ersten 2–3 Tagen Fremdkörpergefühl, Tränen und Lichtempfindlichkeit auftreten.

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Diese Seite dient der Patienteninformation und ersetzt keine Untersuchung oder ärztliche Beurteilung. Die für Sie geeignete Behandlung legen wir deshalb nach Augenuntersuchung und Messungen fest.

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