Netzhauterkrankungen (konservative Netzhautmedizin)
Diabetische Retinopathie · Makuladegeneration · Retinitis pigmentosa · Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, FEBOS-CR · Veni Vidi Augenklinik, Caddebostan – Kadıköy, Istanbul
Die konservative Netzhautmedizin (Medical Retina) umfasst die Behandlung von Netzhauterkrankungen wie diabetischer Retinopathie, Makuladegeneration und Retinitis pigmentosa mit intravitrealen Injektionen (Anti-VEGF), Laser und medikamentöser Therapie. Da diese Erkrankungen oft unbemerkt fortschreiten, ist die Früherkennung durch regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrunds bei erweiterter Pupille und OCT der Schlüssel zum Erhalt des Sehvermögens.

Was ist Medical Retina bei Netzhauterkrankungen?
Medical Retina ist das Teilgebiet der Augenheilkunde, in dem Erkrankungen der Netzhaut – der lichtempfindlichen Schicht im hinteren Augenabschnitt – und der Makula mit Medikamenten, Laser und intravitrealen Injektionen behandelt werden. Zudem kleidet die Netzhaut das Augeninnere wie ein Film aus und wandelt Licht in Nervensignale um; die Makula in ihrem Zentrum ist für Lesen, Gesichtererkennen und scharfes Sehen zuständig.
Netzhauterkrankungen verursachen im Frühstadium oft keine Beschwerden. Die regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrunds bei erweiterter Pupille ist daher der wirksamste Weg, Sehverlust vorzubeugen – besonders bei Menschen mit Diabetes, über 50 Jahren und mit familiärer Vorbelastung für Netzhauterkrankungen.
Wichtige Netzhauterkrankungen, die wir behandeln
| Erkrankung | Was passiert? | Hauptbehandlung |
|---|---|---|
| Diabetische Retinopathie | Diabetes schädigt die Netzhautgefäße und führt zu Leckagen, Blutungen und Gefäßneubildungen | Blutzuckereinstellung, intravitreale Injektionen (Anti-VEGF), Netzhautlaser, bei Bedarf Vitrektomie |
| Makuladegeneration (AMD) | Altersbedingte Schädigung der Makula; das zentrale Sehen verschlechtert sich | Bei der feuchten Form intravitreale Injektionen; bei der trockenen Form Kontrollen, Nahrungsergänzung und Kontrolle von Risikofaktoren |
| Nachtblindheit (Retinitis pigmentosa) | Erblicher Verlust von Stäbchen und Zapfen; Nacht- und Randsehen lassen nach | Behandlung von Komplikationen (Makulaödem, Katarakt), genetische Beratung, Gentherapie bei geeigneten Patienten |
Untersuchung und Bildgebung bei Netzhauterkrankungen
- Untersuchung bei erweiterter Pupille: Zunächst erweitern wir die Pupille mit Tropfen, danach untersuchen wir Netzhaut und Sehnerv genau.
- Optische Kohärenztomographie (OCT): Ein berührungsloser Scan, der die Netzhautschichten im Mikrometerbereich darstellt; zudem ist sie das zentrale Instrument zum Nachweis von Makulaödem und Flüssigkeit und zur Therapiekontrolle.
- Fundusfotografie und Angiographie: Außerdem werden bei Bedarf undichte Gefäße und Gefäßneubildungen mit farbstoffgestützter Bildgebung dargestellt.
- Gesichtsfeld- und Farbsehtests: Vor allem zur Verlaufskontrolle erblicher Netzhauterkrankungen.
Behandlungen bei Netzhauterkrankungen
- Intravitreale Injektionen (Anti-VEGF): Medikamente, die krankhaftes Gefäßwachstum und Leckagen stoppen, werden ins Auge injiziert; Standardtherapie bei feuchter Makuladegeneration und diabetischem Makulaödem.
- Intravitreale Steroide: Bei ausgewählten Fällen von Makulaödem.
- Netzhautlaser (panretinale Photokoagulation): Verringert bei proliferativer diabetischer Retinopathie Gefäßneubildungen und Blutungsrisiko.
- Tropfen und Tabletten: zum Beispiel beim zystoiden Makulaödem bei Retinitis pigmentosa.
Wie wird eine intravitreale Injektion durchgeführt? Der Eingriff erfolgt unter sterilen OP-Bedingungen in Tropfanästhesie und dauert wenige Minuten. Zuerst werden Auge und Umgebung mit einer antiseptischen Lösung gereinigt, danach werden die Lider mit einem Lidsperrer offen gehalten, und schließlich wird das Medikament mit einer sehr feinen Nadel durch das Weiße des Auges ins Augeninnere injiziert. Dabei spüren die meisten Patienten nur leichten Druck. Danach können einige Tage antibiotische Tropfen angewendet werden; bei Schmerzen, zunehmender Rötung oder Sehverschlechterung suchen Sie bitte sofort ärztliche Hilfe. Schwere Nebenwirkungen wie eine Infektion (Endophthalmitis) sind jedoch selten.
Arbeiten von Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu im Bereich Netzhaut
Forschung
Zusammen mit Prof. Dr. Zafer Kapran verfasste Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu das Kapitel „Anti-VEGF-Therapie bei altersbedingter Makuladegeneration“ in einer Sonderausgabe der Zeitschrift Retina-Vitreus (2015). Den nach ihm benannten „Helvacıoğlu Reproducibility Index“, einen Algorithmus zur Beurteilung des Einflusses von Dezentrierung auf Messungen der retinalen Nervenfaserschicht mittels Spectral-Domain-OCT, veröffentlichte er im International Journal of Ophthalmology (2015). Außerdem gehören zu seinen weiteren Netzhautarbeiten OCT-Befunde von Makulafalten bei Nanophthalmus und die Entstehung exzentrischer Makulalöcher nach Vitrektomie.
Häufige Fragen
Viele sind behandelbar oder ihr Fortschreiten lässt sich verlangsamen. Bei feuchter Makuladegeneration und diabetischem Makulaödem können intravitreale Injektionen das Sehen erhalten und sogar verbessern. Zudem ist die Früherkennung der wichtigste Faktor für das Ergebnis.
Der Eingriff erfolgt mit Betäubungstropfen; die meisten Patienten spüren nur leichten Druck. Außerdem dauert er wenige Minuten, und Sie gehen am selben Tag nach Hause.
Bei Diabetes ohne Retinopathie wird in der Regel eine jährliche Untersuchung des Augenhintergrunds bei erweiterter Pupille empfohlen; wird eine Retinopathie festgestellt, verkürzt sich das Intervall je nach Stadium. Außerdem sind in der Schwangerschaft häufigere Untersuchungen nötig.
Die pupillenerweiternden Tropfen verursachen einige Stunden lang verschwommenes Sehen und Lichtempfindlichkeit; deshalb sollten Sie in dieser Zeit nicht selbst fahren.
Quellen
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- Virgili G et al. Anti-vascular endothelial growth factor for diabetic macular oedema: a network meta-analysis. Cochrane Database Syst Rev. 2023;6(6):CD007419. doi:10.1002/14651858.CD007419.pub7
- Solomon SD et al. Anti-vascular endothelial growth factor for neovascular age-related macular degeneration. Cochrane Database Syst Rev. 2019;3(3):CD005139. doi:10.1002/14651858.CD005139.pub4
- Hartong DT et al. Retinitis pigmentosa. Lancet. 2006;368(9549):1795–1809. doi:10.1016/S0140-6736(06)69740-7
- Kapran Z, Helvacıoğlu F. Anti-VEGF therapy in age-related macular degeneration. Retina-Vitreus. 2015;Special issue:233–243 (auf Türkisch).
- Helvacıoğlu F, Uyar OM, Şencan S, Tunç Z, Kapran Z. Helvacioglu reproducibility index: a new algorithm to evaluate the effects of misalignments on the measurements of retinal nerve fiber layer by spectral-domain OCT. Int J Ophthalmol. 2015;8(5). doi:10.3980/j.issn.2222-3959.2015.05.28
Diese Seite dient der Patienteninformation, ersetzt aber keine Untersuchung oder ärztliche Beurteilung. Die für Sie geeignete Behandlung wird nach Augenuntersuchung und Messungen festgelegt.
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Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu · Veni Vidi Augenklinik, Bağdat Caddesi Nr. 257, Caddebostan – Kadıköy, Istanbul, Türkei
