Augenlasern
Refraktive Laserchirurgie: SMILE Pro · No Touch · Femto-LASIK · Q-LASIK · Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, FEBOS-CR · Veni Vidi Augenklinik, Caddebostan – Kadıköy, Istanbul
Augenlasern korrigiert Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Astigmatismus, indem ein Laser die Hornhaut neu formt. Der Eingriff erfolgt in Tropfanästhesie und dauert für beide Augen meist 15–20 Minuten; danach gehen die Patienten am selben Tag nach Hause. Die geeignetste Methode (SMILE Pro, No Touch, Femto-LASIK oder Q-LASIK) wird nach Hornhautdicke, Dioptrienwert und Lebensstil gewählt.

Was ist Augenlasern?
Augenlasern korrigiert Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Weitsichtigkeit) und Astigmatismus, indem ein Laser die Hornhaut – die klare vordere Oberfläche des Auges – neu formt. Man spricht auch von refraktiver Laserchirurgie. Ziel ist es dabei, den Bedarf an Brille oder Kontaktlinsen zu beseitigen oder zu minimieren.
Heute kommen drei Hauptverfahren zum Einsatz: SMILE Pro ohne Hornhautlappen (Flap); No Touch (TransPRK), eine Oberflächenbehandlung, bei der kein Instrument das Auge berührt; und LASIK-Verfahren (Q-LASIK und Femto-LASIK), bei denen der Chirurg einen dünnen Hornhautlappen anlegt. Vergleichende Metaanalysen zeigen, dass die Sehergebnisse dieser Methoden weitgehend vergleichbar sind; die Wahl der Methode richtet sich nach der Beschaffenheit Ihres Auges.
Welche Lasermethode ist für wen geeignet?
| Methode | Durchführung | Heilung | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|
| SMILE Pro | Der Laser erzeugt in der Hornhaut ein dünnes Gewebescheibchen (Lentikel), das der Chirurg dann über einen Schnitt von 2–4 mm entfernt; kein Flap | Rückkehr in den Alltag meist am nächsten Tag; das Sehen wird innerhalb weniger Tage klar | Kurzsichtigkeit und Astigmatismus; Neigung zu trockenem Auge; aktiver Lebensstil |
| No Touch (TransPRK) | Der Excimer-Laser entfernt in einem Schritt das Oberflächenepithel und bringt dabei die Korrektur auf; kein Instrument berührt das Auge | Das Epithel heilt meist in 2–4 Tagen; in den ersten Tagen können Brennen und Fremdkörpergefühl auftreten | Dünne Hornhaut, Kontaktsportarten, Berufe mit Verletzungsrisiko für das Auge |
| Q-LASIK | Das Med-Logics ML7 LASIK-System legt den Flap in etwa 7 Sekunden mit geringem Unterdruck an; minimales Ödem und ein temporales Scharnier ermöglichen eine schnelle Erholung; anschließend formt der Excimer-Laser das Gewebe | Klares Sehen innerhalb von 5–6 Stunden (schnelle visuelle Erholung); wenig Schmerzen | Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Astigmatismus; Augen mit regelmäßiger Topographie und ausreichender Hornhautdicke |
| Femto-LASIK | Ein Femtosekundenlaser legt den Flap an; danach formt der Excimer-Laser das darunterliegende Gewebe | Schnelle visuelle Erholung; wenig Schmerzen | Breites Spektrum von Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Astigmatismus; ausreichende Hornhautdicke |
| Topographie- / wavefront-geführt | Individuelle Ablation auf Basis der Hornhautkarte oder der optischen Aberrationen des Auges | Abhängig von der eingesetzten Methode | Unregelmäßige Hornhaut; Nachkorrekturen nach früheren Eingriffen |

Bin ich für das Augenlasern geeignet?
- Alter: Mindestens 18 Jahre; der geeignetste Zeitraum liegt meist zwischen 18 und 40.
- Stabile Werte: Ihre Dioptrienwerte sollten sich im letzten Jahr nicht wesentlich (um mehr als 0,5 Dioptrien) verändert haben.
- Gesunde Hornhaut: Hornhautkarte (Topographie/Tomographie) und Dickenmessung müssen normal sein; ein Keratokonus muss ausgeschlossen werden.
- Allgemeingesundheit: In Schwangerschaft und Stillzeit operieren wir nicht; unkontrollierten Diabetes sowie bestimmte rheumatische und Immunerkrankungen beurteilen wir sorgfältig.
- Augengesundheit: Ausgeprägtes trockenes Auge, Blepharitis oder Erkrankungen im Augeninneren behandeln wir zuerst.
Bei hohen, für das Lasern ungeeigneten Werten kann jedoch eine implantierbare Linse (ICL) – und bei Menschen über 45 oder mit beginnendem Katarakt eine Multifokallinse – die bessere Option sein.
Was umfasst die Voruntersuchung?
Die Voruntersuchung vor dem Lasern dauert etwa 1,5–2 Stunden. Sie umfasst Hornhauttopographie und -tomographie, Hornhautdicke, Pupillenmessung, Tests auf trockenes Auge, Refraktionsbestimmung mit und ohne pupillenerweiternde (zykloplegische) Tropfen sowie eine Netzhautuntersuchung. Träger weicher Kontaktlinsen müssen diese vor der Untersuchung für einige Zeit absetzen, da Linsen die Hornhautkarte vorübergehend verändern können.
Sichere Planung
Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu ist Mitglied des medizinischen Beirats von RLES AI, einer klinischen Entscheidungsunterstützungsplattform. Außerdem hat er an den Modulen der Plattform für Laserplanung, Keratokonus-Screening, Erkennung kontaktlinsenbedingter Hornhautveränderungen und Analyse des trockenen Auges mitgewirkt. Die Entscheidung über die Operation trifft immer der Chirurg; Entscheidungsunterstützungssysteme helfen dabei, Hunderte von Messwerten lückenlos zu prüfen.

Ist Augenlasern sicher?
Der wichtigste Sicherheitsaspekt beim Augenlasern ist das Risiko einer Ektasie – einer Schwächung und Vorwölbung der Hornhaut. Einer der stärksten Risikoindikatoren ist der Anteil des veränderten Gewebes (Percent Tissue Altered, PTA). Dieser Wert gibt an, wie viel der Hornhaut die Behandlung verändert. Eine Fall-Kontroll-Studie untersuchte 30 Augen, die trotz normaler Topographie nach LASIK eine Ektasie entwickelten. Bei 97 % dieser Augen lag der PTA bei 40 % oder mehr (Santhiago et al., Am J Ophthalmol 2014). Deshalb berechnen wir für jede Planung Hornhautdicke, Topographie und PTA gemeinsam und wählen statt einer riskanten Planung eine sicherere Methode.
Trockenes Auge und Halos um Lichtquellen bei Nacht sind häufige, meist vorübergehende Beschwerden in den ersten Monaten nach der Operation. In den von der FDA unterstützten PROWL-Studien in den USA nahmen die Beschwerden durch trockenes Auge nach der Operation jedoch insgesamt ab. Dieselben Studien berichteten, dass 1–2 % der Patienten mit der Operation unzufrieden waren (Eydelman et al., JAMA Ophthalmol 2017).
Kosten des Augenlaserns und Informationen für internationale Patienten
Die Kosten legen wir nach der Untersuchung fest – abhängig von der gewählten Methode, davon, ob wir ein oder beide Augen behandeln, und vom Bedarf an individueller Planung. Augenlasern ist ein Wahleingriff, dessen Kosten die Krankenversicherung in der Regel nicht übernimmt.
Häufige Fragen
Der Laser selbst wirkt zwar nur Sekunden, der gesamte Eingriff dauert für beide Augen jedoch meist 15–20 Minuten. Nach einer kurzen Kontrolle gehen die Patienten dann am selben Tag nach Hause.
Dank betäubender Tropfen spüren Sie während der Operation keine Schmerzen. Nach SMILE Pro und Femto-LASIK kann einige Stunden lang ein Brennen auftreten; nach Oberflächenbehandlungen wie No Touch sind Fremdkörpergefühl und Tränen hingegen in den ersten 2–3 Tagen stärker ausgeprägt.
Bei Patienten mit stabilen Werten ist das Ergebnis weitgehend dauerhaft. Allerdings kann sich bei wenigen Patienten mit der Zeit eine geringe Fehlsichtigkeit entwickeln; ist die Hornhaut geeignet, kann eine Nachkorrektur erfolgen.
Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein; außerdem müssen Ihre Werte im letzten Jahr stabil gewesen sein. Ab 40, wenn das Nahsehen nachlässt, kann statt des Laserns auch eine Multifokallinse infrage kommen.
Voruntersuchung und Operation lassen sich innerhalb weniger Tage durchführen. Nach SMILE Pro und Femto-LASIK empfehlen wir wegen der Nachkontrollen einen Aufenthalt von etwa 3–4 Tagen, nach No Touch etwa 5–7 Tage bis zur Abheilung des Epithels. Zudem können die meisten Patienten nach SMILE Pro und Femto-LASIK innerhalb von 1–2 Tagen wieder Büroarbeit aufnehmen.
Es gibt keine Methode, die für jeden die beste ist. Die Sehergebnisse sind weitgehend vergleichbar; daher bestimmen Hornhautdicke, Dioptrienwert, Beruf und Zustand des Tränenfilms die geeignetste Methode.
Quellen
- Wen D et al. Postoperative efficacy, predictability, safety, and visual quality of laser corneal refractive surgery: a network meta-analysis. Am J Ophthalmol. 2017;178:65–78. doi:10.1016/j.ajo.2017.03.013
- Shortt AJ, Allan BD, Evans JR. Laser-assisted in-situ keratomileusis (LASIK) versus photorefractive keratectomy (PRK) for myopia. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(1):CD005135. doi:10.1002/14651858.CD005135.pub3
- Santhiago MR et al. Association between the percent tissue altered and post-laser in situ keratomileusis ectasia in eyes with normal preoperative topography. Am J Ophthalmol. 2014;158(1):87–95. doi:10.1016/j.ajo.2014.04.002
- Eydelman M et al. Symptoms and satisfaction of patients in the Patient-Reported Outcomes With Laser In Situ Keratomileusis (PROWL) studies. JAMA Ophthalmol. 2017;135(1):13–22. doi:10.1001/jamaophthalmol.2016.4587
- Shen Z et al. Small incision lenticule extraction (SMILE) versus femtosecond laser-assisted in situ keratomileusis (FS-LASIK) for myopia: a systematic review and meta-analysis. PLoS One. 2016;11(7):e0158176. doi:10.1371/journal.pone.0158176
Diese Seite dient der Patienteninformation und ersetzt keine Untersuchung oder ärztliche Beurteilung. Die für Sie geeignete Behandlung wird nach Augenuntersuchung und Messungen festgelegt.
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