Die beste Lasermethode: Welche passt zu Ihnen?
Welche ist die beste Lasermethode? Hier lesen Sie, wie sich SMILE Pro, Femto-LASIK und No Touch unterscheiden, was die Studien sagen und wie wir die richtige Methode für Sie bestimmen.
Es gibt nicht die eine beste Lasermethode für alle. Die beste Methode ist daher die, die zu Ihrem Auge passt. Die Wahl hängt von Dicke und Profil der Hornhaut, von Art und Stärke der Fehlsichtigkeit, von trockenen Augen und von Ihrem Alltag ab. Studien zeigen zudem, dass die Sehergebnisse nach einem Jahr bei geeigneten Patienten ähnlich sind. Die Unterschiede liegen vor allem in der Heilungszeit, im Komfort und in der Sicherheit der Hornhaut.
Warum gibt es nicht die eine beste Lasermethode?
Meine Patienten stellen diese Frage am häufigsten. Meine Antwort ist dabei immer dieselbe:
„Die beste Laserbehandlung gibt es nicht. Es gibt aber die Laserbehandlung, die für Ihr Auge am besten geeignet ist.“
— Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu, aus dem Video
Auch die Studienlage stützt das. Ein Cochrane-Review vergleicht zunächst LASIK mit dem Oberflächenlaser (PRK). Demnach verbessert LASIK das Sehen schneller und mit weniger Schmerzen. Allerdings sind die Ergebnisse beider Methoden nach einem Jahr ähnlich. Zudem hat eine Metaanalyse zu hoher Kurzsichtigkeit SMILE und Femto-LASIK verglichen. Beim Sehen ohne Brille fand sie dabei keinen Unterschied. In der SMILE-Gruppe traten jedoch etwas weniger optische Abbildungsfehler (Aberrationen) auf. Außerdem hat ein weiterer Cochrane-Review wellenfrontgestützte und klassische Behandlungen verglichen. Auch er zeigt keinen wesentlichen Unterschied bei den Ergebnissen.
Kurz gesagt: Bei gut ausgewählten Patienten sind alle diese Methoden erfolgreich. Entscheidend ist also, dass die richtige Methode am richtigen Auge zum Einsatz kommt.
Die beste Lasermethode?
Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu erklärt in einer Minute den Unterschied der Lasermethoden und die Wahl nach Ihren Voraussetzungen.
Die drei Hauptmethoden: Welche ist die beste Lasermethode?
Man teilt die Lasermethoden danach ein, in welcher Hornhautschicht die Korrektur stattfindet. So ergeben sich drei Hauptgruppen:
- Oberflächenlaser — No Touch und PRK: Zuerst entfernt man die oberste Hornhautschicht (Epithel). Danach erfolgt die Korrektur direkt an der Oberfläche. Bei No Touch behandelt der Laser das Auge, ohne dass ein Instrument es berührt. Zudem gibt es weder Schnitt noch Flap. Deshalb dünnt die Hornhaut am wenigsten aus. Daher eignet sich die Methode bei dünner Hornhaut und für Patienten, die keinen Flap möchten. In den ersten 3–4 Tagen können jedoch Brennen und Tränen auftreten. Das Sehen wird dann innerhalb von 1–2 Wochen klar.
- Laser mit Flap — Femto-LASIK (iLASIK) und Q-LASIK: Ein Femtosekundenlaser erstellt einen dünnen Flap (Hornhautdeckel). Darunter erfolgt die Korrektur, danach legt man den Flap zurück. Dabei bessert sich das Sehen sehr schnell. Die meisten Patienten arbeiten daher schon am nächsten Tag wieder. Man kann die Methode zudem bei einem breiten Bereich von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus einsetzen.
- Laser mit kleinem Schnitt — SMILE Pro: Hier entsteht die Korrektur als kleine Linse (Lentikel) im Inneren der Hornhaut. Danach entfernt man sie durch einen kleinen Schnitt von 2–4 mm. Weil es keinen Flap gibt, ist die Methode für Menschen mit Stoß- und Kontaktsportarten von Vorteil. Studien zeigen außerdem, dass sie die biomechanische Stabilität der Hornhaut besser erhält als LASIK. Man setzt sie vor allem bei Kurzsichtigkeit und Astigmatismus ein.
Wo arbeiten die drei Lasermethoden in der Hornhaut?
Die Methoden unterscheiden sich danach, in welcher Hornhautschicht die Korrektur stattfindet. Welche für Sie passt, bestimmen Hornhautdicke, Topografie und Lebensstil.
- OberflächenlaserBei No Touch und PRK entfernt man das Epithel, und die Korrektur erfolgt in der obersten Schicht. Es gibt weder Schnitt noch Flap. Die Heilung dauert einige Tage.
- Laser mit FlapBei LASIK hebt man zuerst einen dünnen Flap an. Darunter erfolgt die Korrektur, danach legt man den Flap zurück. Das Sehen bessert sich sehr schnell.
- Laser mit kleinem SchnittBei SMILE Pro entsteht die Korrektur als kleine Linse (Lentikel) in der Hornhaut. Man entfernt sie durch einen kleinen Schnitt.
Die beste Lasermethode im direkten Vergleich
| Merkmal | No Touch / PRK | Femto-LASIK / Q-LASIK | SMILE Pro |
|---|---|---|---|
| Schnitt / Flap | Keiner | Flap vorhanden | Schnitt von 2–4 mm, kein Flap |
| Klares Sehen | 1–2 Wochen | Am nächsten Tag | Nach einigen Tagen |
| Komfort in den ersten Tagen | 3–4 Tage mögliches Brennen | Meist angenehm | Meist angenehm |
| Geeignete Fehlsichtigkeit | Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus (eher niedrig bis mittel) | Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus | Kurzsichtigkeit und Astigmatismus |
| Bedarf an Hornhautdicke | Am geringsten | Am höchsten | Mittel |
| Kontakt- und Stoßsportarten | Geeignet | Wegen des Flaps Vorsicht | Geeignet |
Die Tabelle dient nur zur Orientierung. Die Grenzen hängen nämlich von Ihren Hornhautmessungen ab und sind von Mensch zu Mensch verschieden.
Was bestimmt die beste Lasermethode für Sie?
Faktoren an Ihrem Auge
- Dicke und Profil der Hornhaut (Topografie/Tomografie)
- Art und Stärke der Fehlsichtigkeit
- Anteil des abgetragenen Gewebes (PTA)
- Trockene Augen und Qualität des Tränenfilms
- Pupillenweite im Dunkeln
Faktoren in Ihrem Alltag
- Ihr Beruf und wie schnell Sie wieder arbeiten müssen
- Kontakt- und Stoßsportarten (Boxen, Kampfsport, Fußball)
- Viel Bildschirmarbeit und Autofahren bei Nacht
- Erwartungen an das Nahsehen nach dem 40. Lebensjahr
Ein Beispiel: Bei dünner Hornhaut steht der Oberflächenlaser im Vordergrund. Wer schnell zurück in den Alltag möchte und eine passende Hornhaut hat, wählt eher Femto-LASIK. Für einen aktiven, kurzsichtigen Sportler kommt dagegen SMILE Pro infrage. Bei unregelmäßigem Astigmatismus oder einer Hornhautunregelmäßigkeit nach einer früheren Operation kommen topografie- und wellenfrontgestützte individuelle Behandlungen in Betracht. Liegen hohe Werte vor, ist die Hornhaut für den Laser oft nicht geeignet. Dann ist eine Linse im Auge (ICL) möglicherweise die sicherere Wahl.
Wie wählen wir bei der Untersuchung die beste Lasermethode?
Eine einzelne Messung entscheidet nicht. Zuerst beurteilen wir alle Strukturen des Auges und die Sehstärke. Danach analysieren wir die Hornhaut im Detail. Dabei zeigt die Topografie die Form der Oberfläche. Die Tomografie zeigt dagegen die Rückfläche und die Dickenverteilung. Bei Bedarf prüfen wir mit der Wellenfrontanalyse die optische Qualität. Mit diesen Daten berechnen wir für jede Methode einen eigenen Plan. Anschließend wählen wir gemeinsam die sicherste Methode, die Ihre Prioritäten am besten erfüllt.
Unsere Klinik hat die Seh-, Topografie- und Wellenfront-Ergebnisse der Oberflächenlaser auf dem ESCRS-Kongress 2019 vorgestellt, als Erfahrung mit Trans-PRK an noch nie operierten Augen.
Wollen Sie wissen, wie sich alte Verfahren von heutigen Lasern unterscheiden? Dann lesen Sie den Beitrag „Ist Augenlasern gefährlich?“.
Häufige Fragen
Bei geeigneten Patienten sind die Sehergebnisse beider Methoden ähnlich. Weil SMILE Pro keinen Flap erstellt, bietet sie Vorteile bei Kontaktsportarten und für die Stabilität der Hornhaut. Femto-LASIK dagegen lässt sich in einem breiteren Bereich einsetzen, auch bei Weitsichtigkeit. Die Wahl richtet sich nach Ihren Hornhautmessungen.
Bei Oberflächenlasern erneuert sich die oberste Hornhautschicht (Epithel). Das dauert 3–4 Tage. In dieser Zeit tragen Sie eine Schutzlinse, und es kann zu Brennen und Tränen kommen. Danach wird das Sehen innerhalb von 1–2 Wochen klar.
In den ersten Monaten können bei jeder Methode zudem trockene Augen auftreten. Bei Oberflächenlasern ohne Flap und bei SMILE sind die Hornhautnerven dagegen weniger betroffen. Deshalb verläuft die Trockenheit meist milder als bei LASIK. Bei schon vorhandener Trockenheit berücksichtigen wir das bei der Wahl der Methode.
Wir berücksichtigen Ihre Wünsche und Ihren Alltag immer. Die endgültige Entscheidung treffen wir aber gemeinsam. Dabei wählen wir aus den Methoden, die nach den Messungen für Ihr Auge sicher sind.
In der Regel ist die Behandlung nach dem 18. Lebensjahr möglich, wenn die Sehstärke seit mindestens einem Jahr stabil ist. Nach dem 40. Lebensjahr ändert sich das Nahsehen, deshalb planen wir entsprechend. Bei manchen Patienten ist eine Premiumlinse besser geeignet.
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Quellen
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- Kaya Ünsal S, Helvacıoğlu F, Sunay E. Visual, refractive, topographic and wavefront outcomes of trans-photorefractive keratectomy in virgin eyes. 37. ESCRS-Kongress, Paris, September 2019 (Vortrag).
Dieser Beitrag dient der Patienteninformation und ersetzt keine Untersuchung und keine ärztliche Beurteilung. Welche Behandlung für Sie passt, legen wir nach der Augenuntersuchung und den Messungen fest. Veröffentlicht am 25. September 2026.
Bei Fragen erreichen Sie Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu hier
Prof. Dr. Fırat Helvacıoğlu · Veni Vidi Eye Clinic, Bağdat Cad. No: 257, Caddebostan – Kadıköy / Istanbul
